
TECHNOLOGIESTANDORT
Kärnten hat sich in den vergangenen Jahren als bedeutender Technologie- und Forschungsstandort im Alpen-Adria-Raum etabliert.
Neue Betriebsansiedlungen schaffen hochwertige Arbeitsplätze und stärken den Wirtschaftsstandort Kärnten nachhaltig.
Ein besonderer Schwerpunkt soll auf der engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Bildung liegen. Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der Fachkräfte von morgen.
Kärnten verfügt bereits über international anerkannte Kompetenzzentren und Innovationsstandorte. Einrichtungen wie die Silicon Austria Labs, der Lakeside Park, der High Tech Campus Villach sowie Fraunhofer Austria tragen wesentlich dazu bei, Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte und neue Arbeitsplätze umzusetzen.
Besonders in den Bereichen Mikroelektronik, Halbleitertechnologie, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Industrie 4.0, Smart Energy und vernetzte Systeme bestehen große Chancen für weiteres Wachstum.
Kärnten soll auch künftig zu den führenden Technologie- und Innovationsregionen im Alpen-Adria-Raum zählen und jungen Menschen attraktive Zukunftsperspektiven im eigenen Land bieten.
FLUGHAFEN KLAGENFURT
Der Flughafen Klagenfurt ist ein wichtiger Standortfaktor für Kärnten und von großer Bedeutung für Wirtschaft, Tourismus und internationale Anbindung.
Durch die direkte Anbindung an Autobahn und Südbahn verfügt der Standort über wertvolle infrastrukturelle Vorteile. Die Entwicklung des Flughafens war in den vergangenen Jahren von Veränderungen in der Eigentümerstruktur sowie rechtlichen Auseinandersetzungen begleitet.
Die Passagierzahlen haben sich nach den schwierigen Jahren der Pandemie deutlich erholt. Neue Flugverbindungen und eine attraktive Anbindung Kärntens an nationale und internationale Destinationen bleiben daher von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig gewinnt auch der Bereich Luftfracht zunehmend an Bedeutung.

Die Anbindung an die Südbahn bietet gute Voraussetzungen, um den Standort künftig auch als Logistikdrehscheibe weiterzuentwickeln.
Ein moderner Flughafen kann jedoch nicht allein vom Passagierverkehr leben. Zusätzliche Einnahmen aus Büro-, Dienstleistungs-, Logistik-, Veranstaltungs- und Gewerbeflächen sind ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Betriebskonzeptes.
Die wirtschaftliche Entwicklung dieser Flächen soll erfolgen, ohne strategisch wichtige Grundstücke oder öffentliche Einflussmöglichkeiten dauerhaft aus der Hand zu geben.


TOURISMUS
Kärntens Seen, Berge und Naturlandschaften zählen zu den wichtigsten Grundlagen des heimischen Tourismus.
Gerade diese einzigartige Kombination macht Kärnten als Urlaubsregion im Alpen-Adria-Raum besonders attraktiv und unterscheidet das Land von vielen anderen Destinationen.
Ein wiederkehrendes Anliegen vieler Gäste ist der freie Zugang zu Seen und Erholungsräumen.
Mit dem Kärntner Seenvolksbegehren wurde ein wichtiger Schritt gesetzt: Die Zweckwidmung der Motorbootabgabe für den Ankauf von Seeufergrundstücken ermöglicht es dem Land Kärnten, öffentliche Seezugänge langfristig zu sichern und auszubauen.
Damit besteht erstmals eine dauerhafte gesetzliche Grundlage, um weitere Uferflächen für die Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Aus unserer Sicht muss dieser Weg konsequent fortgesetzt werden. Öffentliche Seezugänge stärken nicht nur die Lebensqualität der Bevölkerung, sondern erhöhen auch die Attraktivität Kärntens als Tourismusstandort. Was allen gehört, soll auch künftig für alle zugänglich bleiben.
Die langfristige Sicherung dieser natürlichen Grundlagen ist daher nicht nur eine Frage des Umwelt- und Landschaftsschutzes, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.
Touristische Entwicklung und der Schutz unserer Landschaft dürfen kein Widerspruch sein. Nicht jede Verbauung bedeutet Fortschritt. Deshalb braucht es auch im Tourismus eine Entwicklung mit Augenmaß, die den Charakter Kärntens bewahrt und die natürlichen Besonderheiten unseres Landes langfristig erhält.
BALTISCH-ADRIATISCHE ACHSE
Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn ist ein bedeutender Meilenstein für den Wirtschafts- und Verkehrsstandort Kärnten erreicht worden.
Gemeinsam mit der Südstrecke stärkt sie den Baltisch-Adriatischen Korridor, der die Ostsee mit der Adria verbindet und zu den wichtigsten europäischen Verkehrsachsen zählt.
Die direkte Anbindung an das österreichische und europäische Bahnnetz sowie die Nähe zu den Häfen der nördlichen Adria, insbesondere zum Hafen Triest, eröffnen neue Chancen für Unternehmen und Investitionen.
Ein besonderes Potenzial besteht in der Entwicklung moderner Logistik- und Güterverkehrszentren an verkehrstechnisch geeigneten Standorten. Dabei können die Anbindung an die Koralmbahn, die Südstrecke, das Autobahnnetz sowie bestehende Infrastruktur wie der Flughafen Klagenfurt wichtige Standortvorteile darstellen.
Der Güterverkehr soll verstärkt auf die Schiene verlagert werden. Dies entlastet Straßen, reduziert Emissionen und stärkt die Nachhaltigkeit des Verkehrssektors. Gleichzeitig müssen die Interessen der Anrainer berücksichtigt werden.
Deshalb sind wirksame Lärmschutzmaßnahmen entlang stark frequentierter Bahnstrecken, insbesondere im Raum Villach und am Wörthersee, weiterhin notwendig.
Kärnten soll die Chancen der Baltisch-Adriatischen Achse nutzen, um Arbeitsplätze zu sichern, regionale Wertschöpfung zu stärken und seine Rolle als Wirtschafts- und Logistikstandort weiter auszubauen.


DIGITALISIERUNG
Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie soll den Alltag der Menschen erleichtern, Unternehmen stärken und Behörden effizienter machen.
Die DBM setzt sich für eine moderne, bürgerfreundliche Digitalisierung ein, die den persönlichen Kontakt ergänzt, aber nicht ersetzt. Digitale Lösungen sollen dort eingesetzt werden, wo sie Abläufe vereinfachen, Zeit sparen und den Zugang zu öffentlichen Leistungen erleichtern.
Unsere Schwerpunkte:
- Förderung der Digitalisierung in Verwaltung, Bildung und Wirtschaft.
- Konsequenter Glasfaserausbau auch in dünn besiedelten und baulich anspruchsvollen Regionen.
- Schnelle und unbürokratische digitale Behördenwege, ohne den persönlichen Service abzuschaffen.
- Unterstützung von Betrieben bei der digitalen Transformation und beim Einsatz neuer Technologien.
- Ausbau digitaler Bildungsangebote und moderner Lernformen an Schulen und Hochschulen.
- Erleichterter Zugang zu berufsbegleitenden und digitalen Studienangeboten.
- Höchste Standards beim Datenschutz und bei der IT-Sicherheit.
Unser Ziel ist eine moderne Stadt Villach und ein zukunftsorientiertes Kärnten, in denen Digitalisierung den Menschen dient – einfach, sicher, verlässlich und bürgernah.
FACHARBEITERMANGEL
Der Mangel an qualifizierten Fachkräften zählt zu den größten Herausforderungen für Wirtschaft und Industrie in Kärnten.
Zahlreiche Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen, insbesondere in technischen, handwerklichen und industriellen Berufen.
Eine starke Wirtschaft braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb müssen Lehre, berufliche Ausbildung und Weiterbildung weiterhin gezielt gestärkt werden. Ausbildungsinhalte sollen regelmäßig überprüft und an die Anforderungen moderner Technologien sowie an die Bedürfnisse der Betriebe angepasst werden.
Gleichzeitig sind attraktive Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung und gute Entwicklungsmöglichkeiten entscheidende Voraussetzungen, um Fachkräfte langfristig im Land zu halten. Unternehmen und Politik sind gleichermaßen gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die qualifizierte Arbeitskräfte anziehen und binden.
Der Meistertitel bleibt die höchste Qualifikation im Handwerk und bildet eine wichtige Grundlage für Unternehmertum, Ausbildung und die Weitergabe von Fachwissen. Förderungen für Meisterprüfungen, Fachausbildungen und Unternehmerprüfungen können dazu beitragen, finanzielle Hürden abzubauen und mehr Menschen für diesen Weg zu gewinnen.
Gerade in Kärnten bieten Zukunftsbranchen wie Mikroelektronik, Mechatronik, Elektronik, Digitalisierung und industrielle Fertigung große Chancen.
Nur mit ausreichend qualifizierten Fachkräften wird es gelingen, Arbeitsplätze zu sichern, neue Unternehmen anzusiedeln und Kärnten als Wirtschafts- und Technologiestandort erfolgreich weiterzuentwickeln.


LANDESVERSCHULDUNG
Die Landesverschuldung Kärntens zählt weiterhin zu den größten finanzpolitischen Herausforderungen des Bundeslandes.
Nach den aktuellen Daten des Rechnungsabschlusses 2025 betrugen die Finanzschulden des Landes Kärnten einschließlich ausgegliederter Rechtsträger rund 4,31 Milliarden Euro. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 7.561 Euro weist Kärnten weiterhin den höchsten Schuldenstand der österreichischen Bundesländer auf.
Hohe Schulden schränken den finanziellen Handlungsspielraum des Landes ein. Gleichzeitig steigen die Belastungen durch Zinszahlungen, während wichtige Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Gesundheit, Pflege und Wirtschaft langfristig abgesichert werden müssen.
Ziel muss es sein, den Schuldenstand schrittweise zu reduzieren und den Landeshaushalt langfristig zu stabilisieren.
Dazu gehören die Umsetzung notwendiger Strukturreformen sowie die konsequente Abarbeitung offener Empfehlungen des Kärntner Landesrechnungshofes. Transparenz, Kontrolle und ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeld sind wesentliche Voraussetzungen für eine solide Finanzpolitik.
Der Kärntner Landesrechnungshof leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Kontrolle öffentlicher Ausgaben. Seine Arbeit soll weiterhin gestärkt werden, damit Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und Verbesserungsvorschläge wirksam umgesetzt werden können.
Eine nachhaltige Finanzpolitik schafft den notwendigen Spielraum für wichtige Investitionen und stärkt die Handlungsfähigkeit des Landes auch in Zukunft.
LEERSTANDSABGABE
Mehr Wohnraum entsteht durch bessere Rahmenbedingungen, nicht durch zusätzliche Abgaben.
Die Leerstandsabgabe soll dazu dienen, den Wohnungsmangel zu bekämpfen und ungenutzte Wohnungen wieder dem Wohnungsmarkt zuzuführen.
Mit der Änderung der Bundesverfassung im Jahr 2024 wurde die rechtliche Grundlage geschaffen, damit die Bundesländer entsprechende Regelungen erlassen können. Mehrere Länder haben davon bereits Gebrauch gemacht und gesetzliche Voraussetzungen für die Einführung einer solchen Abgabe geschaffen.
Wir sehen dieses Instrument nicht als geeigneten Weg zur Bekämpfung des Wohnraummangels.
Nicht jede ungenutzte Wohnung ist das Ergebnis von Spekulation oder mangelnder Vermietungsbereitschaft. Wohnungen, die nicht bewohnt werden, verursachen ihren Eigentümern laufende Kosten, ohne Erträge zu erwirtschaften.
In vielen Fällen liegen die Ursachen dafür in einem schlechten baulichen Zustand, einer unattraktiven Lage oder einer geringen Nachfrage.
Die Regelung knüpft häufig daran an, dass über einen bestimmten Zeitraum kein Wohnsitz in einer Wohnung gemeldet ist. Davon können auch Eigentümer betroffen sein, die trotz ernsthafter Bemühungen keinen Mieter finden.
Während eine solche Maßnahme in einzelnen Ballungsräumen diskutiert werden kann, ist ihre Wirkung in ländlichen Regionen fraglich. Zudem führen zahlreiche Ausnahmeregelungen dazu, dass ihre tatsächliche Wirksamkeit begrenzt bleibt.
Die Ursachen für ungenutzten Wohnraum sind vielfältig und lassen sich nicht durch zusätzliche Abgaben beseitigen.
Wohnungspolitik muss darauf abzielen, bestehende Hürden für Eigentümer und Vermieter abzubauen und attraktive Rahmenbedingungen für die Bereitstellung von Wohnraum zu schaffen.


KAMMERN UND SOZIALPARTNERSCHAFT
Starke Interessenvertretungen sichern faire Arbeitsbedingungen und einen funktionierenden Wirtschaftsstandort.
Immer wieder werden Forderungen laut, die Pflichtmitgliedschaft in der Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer abzuschaffen.
Arbeitnehmer und Unternehmen benötigen eine starke und unabhängige Interessenvertretung.
Die Arbeiterkammer unterstützt ihre Mitglieder unter anderem in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, im Konsumentenschutz sowie bei Steuer- und Sozialversicherungsangelegenheiten.
Die Wirtschaftskammer bietet ihren Mitgliedsbetrieben umfangreiche Serviceleistungen, etwa in den Bereichen Steuer- und Gewerberecht, Unternehmensgründung, Aus- und Weiterbildung sowie internationale Wirtschaftsbeziehungen.
Darüber hinaus bilden Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Österreichischer Gewerkschaftsbund und Landwirtschaftskammer die Grundlage der österreichischen Sozialpartnerschaft. Diese hat wesentlich dazu beigetragen, soziale Konflikte zu entschärfen, faire Arbeitsbedingungen zu sichern und die wirtschaftliche Stabilität unseres Landes zu stärken.
Ein wesentlicher Pfeiler dieses Systems sind die Kollektivverträge.
In Österreich sind nahezu alle Arbeitnehmer von kollektivvertraglichen Regelungen erfasst. Dadurch werden faire Mindeststandards bei Löhnen, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen gewährleistet.
Eine Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft würde dieses System nachhaltig schwächen. Würden Unternehmen aus der Wirtschaftskammer austreten können, wäre langfristig auch die flächendeckende Geltung von Kollektivverträgen gefährdet.
Unternehmen könnten sich den vereinbarten Mindeststandards entziehen und ihre Mitbewerber über niedrigere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen unter Druck setzen. Lohn- und Sozialdumping wären die Folge. Die Leidtragenden wären am Ende sowohl die Arbeitnehmer als auch jene Unternehmen, die sich an faire Löhne und Arbeitsbedingungen halten.
Die Pflichtmitgliedschaft bringt auch eine besondere Verantwortung mit sich. Wir sehen kritisch, wenn Kammern zunehmend zu Themen Stellung beziehen, die nur am Rande mit ihrem gesetzlichen Auftrag oder den unmittelbaren Interessen ihrer Mitglieder verbunden sind.
Wir treten daher für den Erhalt der Pflichtmitgliedschaft in Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer sowie für die Bewahrung der österreichischen Sozialpartnerschaft ein.
DBM
Die Bürgerliche Mitte Österreich
Karl-Ebner-Strasse 10
9020 Klagenfurt
Österreich
Mail: office@DieBuergerlicheMitte.at
Tel.: 0676 39 50 780

