
LANDSCHAFT UND UMWELT
Unsere Kulturlandschaft prägt Kärnten wie kaum etwas anderes.
Seen, Berge, Wälder, Wiesen, Felder und Almen sind nicht nur Teil unserer Identität, sondern bilden auch die Grundlage für Landwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft, Erholung und Lebensqualität.
Diese Landschaft ist nicht selbstverständlich entstanden. Über Generationen hinweg wurde sie von den Menschen unseres Landes gestaltet, gepflegt und erhalten. Ihr Schutz ist daher nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch eine Frage des verantwortungsvollen Umgangs mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen.
Der sorgsame Umgang mit Grund und Boden zählt zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben. Einmal verbaute Flächen gehen dauerhaft verloren und stehen weder für Landwirtschaft noch für Natur- und Erholungsräume zur Verfügung.

Deshalb braucht es eine Raumordnungspolitik mit Augenmaß, die langfristige Interessen über kurzfristige Vorteile stellt. Die Pflege und der Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft müssen einen hohen Stellenwert in der Landesplanung einnehmen.
Neben den bestehenden europäischen und nationalen Naturschutzbestimmungen unterstützen wir Maßnahmen zum Schutz wertvoller Böden, zur Eindämmung des Bodenverbrauchs und zur nachhaltigen Entwicklung unserer Siedlungs- und Wirtschaftsräume.
Der Schutz unserer Natur- und Kulturlandschaft ist eine wichtige Voraussetzung für Lebensqualität, Erholung und eine nachhaltige Entwicklung unseres Landes.

ARTENVIELFALT
Der Schutz der Artenvielfalt zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Natur- und Umweltschutzes.
Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind in den vergangenen Jahrzehnten seltener geworden oder aus Teilen ihres ursprünglichen Lebensraumes verschwunden. Besonders betroffen sind viele Vogelarten, Insekten, Amphibien sowie zahlreiche heimische Pflanzenarten.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Der Verlust von Lebensräumen, die intensive Nutzung von Flächen, die Zerschneidung von Landschaftsräumen, der Rückgang natürlicher Strukturen sowie Umweltbelastungen setzen viele Arten unter Druck. Gleichzeitig gehen wertvolle Rückzugs- und Nahrungsräume zunehmend verloren.
Eine artenreiche Kulturlandschaft benötigt Hecken, Feldgehölze, Blühflächen, Feuchtgebiete, naturnahe Gewässer und ausreichend vernetzte Lebensräume. Diese Strukturen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt heimischer Tier- und Pflanzenarten und erhöhen zugleich die ökologische Stabilität unserer Landschaft.
Der Schutz der Artenvielfalt darf nicht als Gegensatz zur Landwirtschaft verstanden werden. Vielmehr braucht es Lösungen, die Natur- und Umweltschutz mit einer leistungsfähigen heimischen Landwirtschaft verbinden.
Viele Landwirte leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaft und zum Erhalt wertvoller Lebensräume.
Durch gezielte Schutzmaßnahmen, die Erhaltung natürlicher Landschaftselemente sowie die Schaffung zusätzlicher Lebensräume soll die biologische Vielfalt langfristig gestärkt werden.
Dabei sind regionale Gegebenheiten ebenso zu berücksichtigen wie die Interessen von Landwirtschaft, Grundeigentümern und Bevölkerung.


NEOPHYTEN
Invasive gebietsfremde Pflanzenarten breiten sich in vielen Regionen zunehmend aus und verdrängen heimische Arten sowie natürliche Lebensräume.
Entlang von Flüssen, Bächen und Verkehrswegen sind Arten wie Drüsiges Springkraut, Ambrosia, Riesenbärenklau oder Staudenknöterich mittlerweile weit verbreitet.
Auch entlang der Drau und ihrer Nebengewässer stellen invasive Pflanzenarten zunehmend eine Herausforderung für den Natur- und Landschaftsschutz dar.
Um die Auswirkungen auf Natur, Landwirtschaft und öffentliche Flächen zu begrenzen, braucht es eine landesweite Erfassung, laufende Beobachtung und eine gezielte Bekämpfung invasiver Arten.
Auf kommunaler Ebene sollen entsprechende Maßnahmen unterstützt und bestehende Bestände schrittweise zurückgedrängt werden.

ENERGIE
Gerade Villach verfügt als Wirtschafts- und Technologiestandort über großes Potenzial beim Ausbau erneuerbarer Energien. Öffentliche Gebäude, Gewerbe- und Industrieflächen sowie bestehende Infrastruktureinrichtungen bieten zahlreiche Möglichkeiten, zusätzliche Energie zu erzeugen und die regionale Versorgung zu stärken.
Davon profitieren nicht nur Unternehmen, sondern auch Haushalte, Vereine und öffentliche Einrichtungen. Beim Ausbau der Photovoltaik sollten bereits versiegelte Flächen vorrangig genutzt werden. Dächer, Fassaden, Gewerbegebiete sowie Parkplätze bei Einkaufszentren, Behörden, Sportanlagen und anderen öffentlichen Einrichtungen bieten dafür großes Potenzial. Überdachte Stellplätze mit Photovoltaikanlagen können gleichzeitig zur Stromerzeugung beitragen und Fahrzeuge vor Hitze und Witterung schützen.
Auch auf kommunaler Ebene können wichtige Impulse gesetzt werden. Die Nutzung geeigneter Dachflächen auf öffentlichen Gebäuden, die Errichtung von PV-Anlagen über Parkplätzen sowie die Unterstützung von Energiegemeinschaften bieten konkrete Möglichkeiten, die Energiewende vor Ort voranzubringen.
Freiflächenanlagen sollen mit Augenmaß geplant werden und nach Möglichkeit dort errichtet werden, wo sie mit anderen Nutzungen vereinbar sind.
Innovative Lösungen wie Agri-Photovoltaik ermöglichen es, Energieerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung sinnvoll miteinander zu verbinden und zusätzliche Flächenkonkurrenzen zu vermeiden.
Der Ausbau erneuerbarer Energien stärkt die Versorgungssicherheit, schafft regionale Wertschöpfung und trägt dazu bei, Energie langfristig leistbar zu halten.
BIOMASSE – AUSBAU DER FERNWÄRME
Biomasse leistet einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren, regionalen und nachhaltigen Energieversorgung.
Die Nutzung von Holz aus heimischer Forstwirtschaft stärkt die regionale Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze und reduziert die Abhängigkeit von importierten Energieträgern.
Gerade in waldreichen Regionen bietet Biomasse die Möglichkeit, anfallendes Schadholz sinnvoll zu verwerten. Gleichzeitig kann die rasche Nutzung beschädigter oder befallener Bestände dazu beitragen, die Ausbreitung des Borkenkäfers einzudämmen und die Pflege unserer Wälder zu unterstützen.
Für Villach spielt Biomasse bereits heute eine zentrale Rolle in der Wärmeversorgung. Rund 40 Prozent der Fernwärme werden durch das Biomasseheizwerk St. Agathen bereitgestellt.
Damit trägt die Anlage wesentlich zur Versorgungssicherheit bei und zeigt, welches Potenzial in regionalen Energieträgern steckt.
Wo ein weiterer Ausbau möglich ist, soll das Fernwärmenetz schrittweise erweitert werden.
Regionale Energieträger stärken die Unabhängigkeit von internationalen Energiemärkten, halten Wertschöpfung in der Region und tragen zu einer langfristig leistbaren Wärmeversorgung bei.


WASSERKRAFT
Die 11 Speicher-, Pumpspeicher- und Laufkraftwerke der Werksgruppen Malta und Reißeck-Kreuzeck verfügen über eine Gesamtleistung von mehr als 1.400 MW und zählen zu den leistungsstärksten Wasserkraftanlagen Österreichs.
Gemeinsam mit den insgesamt zehn Draukraftwerken in Kärnten bilden sie das Rückgrat der erneuerbaren Stromerzeugung im Bundesland und leisten einen wesentlichen Beitrag zur sicheren und klimafreundlichen Energieversorgung. Die Wasserkraft deckt einen Großteil des Kärntner Strombedarfs und macht das Bundesland zu einem Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien.
Besondere Bedeutung kommt dabei dem Laufkraftwerk Villach zu. Als Teil der Kraftwerkskette an der Drau erzeugt es jährlich sauberen Strom für die Region und trägt wesentlich zur Versorgungssicherheit bei. Gleichzeitig steht das Kraftwerk beispielhaft für die Verbindung von Energieerzeugung und Gewässerschutz.
In den vergangenen Jahren wurden entlang der Drau umfangreiche ökologische Maßnahmen umgesetzt. Fischwanderhilfen, naturnahe Ufergestaltungen und die Aufwertung von Lebensräumen haben die Gewässerökologie nachhaltig verbessert.
Ein wichtiger Meilenstein war die Errichtung der Fischaufstiegshilfe beim Kraftwerk Villach. Sie ermöglicht wandernden Fischarten das Passieren der Staustufe und trägt wesentlich dazu bei, die ökologische Durchgängigkeit der Drau wiederherzustellen.
Die Maßnahmen entlang der Drau zeigen zudem, dass Klimaschutz, Versorgungssicherheit und ökologische Verantwortung gemeinsam umgesetzt werden können.
WINDKRAFTANLAGEN
Windkraftanlagen auf Kärntens Bergen sollten nur dort errichtet werden, wo sie mit Natur-, Landschafts- und Artenschutz vereinbar sind. Bekannte Zugrouten von Vögeln sowie Naturschutzgebiete müssen dabei konsequent ausgespart werden.
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist wichtig. Gleichzeitig dürfen wir nicht zulassen, dass unter dem Vorwand des Klimaschutzes genau jene Natur- und Kulturlandschaften beeinträchtigt werden, die unsere Heimat so lebenswert machen.
Zu den Herausforderungen zählen die Veränderung des Landschaftsbildes, mögliche Auswirkungen auf die Tierwelt, Bodenversiegelungen, der Bau von Zufahrtsstraßen für Schwertransporte sowie zusätzliche Eingriffe durch Leitungen und technische Infrastruktur.
Gerade in den sensiblen alpinen Regionen Kärntens braucht es daher eine besonders sorgfältige Planung.
Unsere Berge und Almen prägen das unverwechselbare Erscheinungsbild Kärntens. Großdimensionierte Windkraftanlagen können dieses gewachsene Landschaftsbild sichtbar verändern und die natürliche Schönheit alpiner Regionen beeinträchtigen.
Eine intakte und weitgehend unberührte Natur ist nicht nur Lebensraum für Mensch und Tier, sondern auch die Grundlage eines starken und nachhaltigen Tourismus.
Gäste aus dem In- und Ausland kommen nach Kärnten, um die Schönheit unserer Almen, Wälder und Gipfel zu erleben – und genau dieses Naturerlebnis gilt es zu bewahren.
Deshalb braucht es beim Ausbau der Windkraft Maß, Hausverstand und klare Regeln.
Wo Windkraft naturverträglich umgesetzt werden kann, soll sie ihren Platz haben. Wo jedoch wertvolle Naturräume, das Landschaftsbild oder die touristische Attraktivität unseres Landes dauerhaft beeinträchtigt würden, müssen klare Grenzen gezogen werden.

DBM
Die Bürgerliche Mitte Österreich
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